Oft kommt es in Alten- und Pflegeheimen zu Irritationen, wenn unmittelbar nach einer Krankenhausentlassung ein mit MRSA-Keimen besiedelter und isolierter Patient, von einer Stunde auf die andere, im Heim nicht mehr isoliert werden muss.
 
Dass die Präventionsmaßnahmen für ein und denselben Patienten in Heim und Klinik so unterschiedlich sind, liegt im Wesentlichen daran, dass im Krankenhaus

  • eine Konzentration von besonders kranken Patienten zu beobachten ist,
  • eine besonders intensive Pflege mit sehr vielen Handkontakten von Personal zu Patient stattfindet,
  • bis zu 50 % der Patienten Antibiotika erhalten und hierdurch die Art und Auswahl der Krankheitserreger anders verteilt ist, als in der normalen Umgebung (Selektionsdruck).

 
Hygienemaßnahmen in Klinik und Heim sind differenziert zu betrachten. Fehlt bereits einer der drei genannten Faktoren, wird MRSA seltener übertragen und es reicht die Standardhygiene, um die Weitergabe von Mensch zu Mensch zu verhindern.
 
 
Die Teilnahme von mit MRSA besiedelten Heimbewohnern am Gemeinschaftsleben ist generell die Normalität. Grundsätzlich gilt:

  • offene Wunden sind sauber zu verbinden,
  • Harndrainagen erfolgen über geschlossene Systeme,
  • Trachealkanülen sind mit einem HME-Filter zu versehen.

MRSA-positive Bewohner sollten nicht mit

  • Bewohnern, die vermehrte Eintrittspforten für Keime bieten (Chronische Wunden Decubiti, Ulcera, Katheter-, Sonden-, Tracheostomaträger),
  • Bewohnern, die eine besonders geschwächte Abwehrlage aufweisen (z.B. Akuter Atemwegsinfekt, Diabetes mellitus, Krebs, Dialyse),
  • Trägern anderer multiresistenter Erreger (z.B. VRE, ESBL)

zusammen wohnen.
 
Bei mehreren MRSA-Trägern kann eine Zusammenlegung sinnvoll sein. 

In der Ambulanten Pflege sind prinzipiell die gleichen Präventionsmaßnahmen gegen MRE erforderlich, wie in Alten- und Pflegeheimen. Auch hier hat das strikte Befolgen der Standardhygiene und EINHalten hygienisch-organisatorischer Maßnahmen besondere Bedeutung.